Art Nouveau (Jugendstil)


Der Jugendstil ist eine Richtung der Architektur, die Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgekommen ist. Sie erfreut sich gerade in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit. In Frankreich, Italien und auch in Großbritannien ist der Jugendstil auch als “Art Nouveau” bezeichnet. Der Name geht auf eine Zeitschrift mit dem Namen “Jugend” zurück. Bekannte Relikte aus der Zeit des Jugendstils sind einige Stationen der Pariser Metro, welche immer noch im Design des Jugendstils aus dem frühen 20. Jahrhundert gehalten werden. Auch etliche Häuser wurden im Jugendstil gebaut. Deshalb stellen wir den Jugendstil hier vor, damit du weißt, was es damit auf sich hat, falls du einmal ein entsprechendes Haus zum Verkauf ausgeschrieben siehst.

Ursprünge und Geschichte des Jugendstils

Die Entstehung des Jugendstils geht auf einen Ideenaustausch zurück, der Ende des 19. Jahrhunderts über mehrere Zeitschriften in Deutschland stattfand. Die bedeutendsten dieser Zeitschriften waren die “Jugend” und der “Simplicissimus” aus München sowie der “Pan” aus Berlin. Neben München wurde Darmstadt zu einem zweiten frühen Mittelpunkt des Jugendstils. Bis kurz nach der Jahrhundertwende hatte sich der Jugendstil in zahlreiche Städte in ganz Deutschland ausgebreitet. Auch wenn sich das Ende des Jugendstils nicht genau auf ein konkretes Datum festlegen lässt, wird doch angenommen, dass die Ära mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 zu Ende ging. Während und unmittelbar nach dem Krieg wurde das Augenmerk wieder vermehrt auf Zweckmäßigkeit gelegt und später setzte das nationalsozialistische Regime ohnehin vermehrt auf pompöse Prunkbauten.

Merkmale des Jugendstils

Der Jugendstil ist als eine Sammlung von verschiedenen Stilrichtungen zu verstehen, welche damals alle zum Ziel hatten, den zuvor herrschenden Historismus abzulösen. Entsprechend wurde mit dessen Traditionen und Gewohnheiten gebrochen. Statt konkreter gerader und symmetrischer Linien wurden neu geschwungene Linien und aufwändige Dekorationen verwendet. Die Funktionalität eines Gebäudes wurde nicht mehr in den Mittelpunkt gestellt, allerdings auch bewusst nicht komplett vernachlässigt. Dennoch waren funktionale Bauten von außen neu mit großem Aufwand verziert worden.

Selbstverständlich galt der Jugendstil zur Jahrhundertwende als sehr modern. Im Originalzustand erhaltene Bauten oder Teile davon erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. So werden einige Stationen der Pariser Metro nach wie vor in diesem Design gehalten. Zu ihnen gehört die Station “Abbesses” am Fuße des Montmartre, der auch von vielen Künstlern bewohnt ist. Die Station an der heutigen Linie 12 wurde im Jahr 1913 eröffnet. Auch die Wiener U-Bahn erstellte Stationsgebäude im Jugendstil. Maßgebend war dabei der Wiener Stadtplaner Otto Wagner. Weitere Relikte aus jenem Zeitalter sind im Musée d’Orsay und im Petit-Palais in Paris zu sehen.

Bekannte Architekten im Jugendstil-Zeitalter

Einer der ersten wichtigen Vertreter des Jugendstils war der Maler und Designer Otto Eckmann. Der profunde Kenner japanischer Kunst war ein Mitarbeiter bei zwei der führenden Kunstmagazine der damaligen Epoche, bei der “Jugend” und beim “Pan”. Dank ihm bekam der Schwan eine Leitrolle im Jugendstil. Ein weiterer Münchner Künstler und Architekt war August Endell. Auf ihn geht die Fassade des Photostudios “Elvira” zurück, welches 1897 gebaut worden war. Dieser Blickfang eines Straßenzuges in München wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und danach nicht wiederaufgebaut.